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Gegen den Kapitalismus hilft nur Liebe

Der Kapitalismus, der verschmitzte Gewinner, die Kakerlake der Weltgeschichte, die einzige Gesellschaftsform, die uns eingefallen ist. Was Besseres war halt nicht da, was Besseres fällt mir auch nicht ein, nur Ideen habe ich - revolutionäre Ideen zum Überleben. Warten Sie, ich muss mir meine Robe umlegen und auf einen Stuhl steigen, um sie in den Abend zu rufen:

Den Kapitalismus kann man nur mit Liebe überleben!

Das klingt so hohl, dass zu vermuten wäre, ich stünde beim Schreiben unter Restalkohol, ist aber nicht so. Es ist das simple Ergebnis jahrelanger Forschungen, durchgeführt in verschiedenen Ländern der Erde. Eine Verbindlichkeit muss es geben, denn alles andere spielt wieder dem Kapitalismus den Ball zu. Zum Beispiel eine Familie, die man liebt, egal aus welchen Mitgliedern sie besteht, ob Homo-, Heterosexuelle, ob Asexuelle, ob eigene oder Pflegekinder, ob mehrere Generationen oder nur zwei, ist egal.

Kapitalismus braucht schwache persönliche Verbindungen, um zu wachsen. Der alleinlebende Mensch ist der Motor des Neoliberalismus, der alleinlebende Mensch bindet sich nicht (psychische Schäden oder grauenhafte Schicksale ausgenommen) wegen der Unfähigkeit zur Festlegung. Da war doch immer noch was Interessanteres um die Ecke, etwas mit besseren Schuhen, besseren Manieren. So wohnt man alleine, geht aus, konsumiert, und am Wochenende, wenn alles tot ist, shoppt man noch ein wenig online. Um das Leben zu genießen, um es krachen zu lassen, um die Scheißleere zu füllen, die das einsame Einschlafen und Aufwachen erzeugt. Damit man das aushält, dieses Gefühl, allein im All zu treiben, in einer Welt, die sich nicht für einen interessiert.

Wer liebt, kauft weniger

Dagegen muss man angehen. Mit Vergnügen und Geld, die man herbeischaffen muss. Unverbindliche Liebe ist Konsum. Ist Kaufanreize schaffen und erfüllen, ist ficken und Parfum. Ist begehrt werden durch die Anwendung von Körperpflegeprodukten auf den richtigen Body Mass Index, ist Geschwindigkeit, Reizüberflutung und verhält sich diametral zu der langweiligen Liebe, von der ich spreche, die einen überleben lässt.

Liebe in Familienverbänden, denen man sich nicht durch den Kauf von Zigaretten entzieht, schwächt den Zugriff des kapitalistischen Systems. Wer liebt, kauft weniger. Wer sich aufgehoben fühlt, hat weniger Angst, die er durch den Erwerb von Produkten zu beschwichtigen sucht. Die Welt teilt sich nicht mehr in Links oder Rechts - auch die Theorien sind dem Druck der Ökonomie gewichen -, sondern in Liebende und Suchende. Werdet Liebende, predige ich immer noch von meinem Stuhl, vielleicht hängt auch eine Schlinge irgendwo. Entscheidet euch für einen Menschen, der nicht abstoßend ist! Gründet Familien, adoptiert Großeltern, wohnt zusammen, nehmt Anteil, ärgert euch, setzt euch aus!

Der Preis ist hoch, ist die Freiheit, die vermeintliche. Der Lohn absurd. Nicht mehr allein zu sein im Meer der Pseudomöglichkeiten. Menschen um sich zu haben, jeden Tag, die einen nerven, aber kennen und ertragen, ist vielleicht die einzige Möglichkeit, das Leben halbwegs ohne psychische Schäden zu überstehen. Rollt euch ein in Bärenfamilien, kauft nichts, haltet euch fest.

Meine Stimme überschlägt sich, ich wische mir den Schaum vom Mund, danke für Ihr Interesse.


Quelle
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Schweinderl